Herzinfarkt: Zeit ist Überleben
 
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Schicksalsschlag aus heiterem Himmel?  

Im Jahr 1989 kostete er über 76.000 Bundesbürgern (ohne neue Bundesländer) das Leben. Die Angst vor dem Infarkt ist groß. Er wird als Schicksalsschlag empfunden, der den Menschen unerwartet trifft. 

Herzinfarkt ist kein unabwendbares Schicksal 
Doch der Infarkt kommt nicht aus heiterem Himmel. Er ist meist das Ergebnis der Arteriosklerose, eines langen Prozesses, der die Herzkranzgefäße verengt. Bis sich Beschwerden einstellen, können Jahre vergehen. 
Wenn die Arterie hochgradig verengt ist, wird die Durchblutung gestört. Auf diese Versorgungsnot reagiert das Herz. Dies äußert sich durch Engegefühl oder Schmerzen. Das Herz signalisiert - vor allem bei körperlicher Anstrengung -, daß ihm Sauerstoff zur Versorgung seiner Zellen fehlt. Dieses Engegefühl in der Brust, die sogenannte Angina pectoris /lat. heißt „Enge der Brust"), ist ein wichtiges Alarmsignal des Körpers. Diese Anzeichen können Vorläufer des Herzinfarktes sein. Sie gehen ihm Jahre, manchmal auch nur Tage voraus. 

Warnsignale bei Patienten, die bereits an Angina pectoris leiden 
Angina-pectoris-Anfälle, besonders wenn sie häufiger vorkommen, intensiver werden und länger andauern oder auch in Ruhe auftreten, sind oft Vorboten eines Herzinfarktes. In diesen Fällen sollte der Arzt aufgesucht werden. Mit einer Untersuchung, einem EKG und gegebenenfalls einem Belastungs-EKG wird dann überprüft, ob das Herz in Ruhe und bei körperlicher Belastung ausreichend durchblutet wird. 

Infarkt ohne „Vorankündigung" 
Ein Herzinfarkt kann natürlich auch ohne vorherige Beschwerden auftreten. Die Verstopfung einer Arterie durch ein Blutgerinnsel ist auch in einer verengten Arterie möglich, die bis zu diesem Zeitpunkt den Blutfluß noch nicht spürbar beeinträchtigt hatte. Besonders gefährdet sind Menschen, die mehrere Risikofaktoren aufweisen, deshalb sollten die Risikofaktoren ernst genommen werden. 

Mögliche Vorboten eines drohenden Herzinfarkts 
Bei Patienten, die bereits unter Angina pectoris leiden: 
Die Herzanfälle werden häufiger und intensiver. Die einzelnen Anfälle dauern länger an oder treten sogar in Ruhe auf. 
Bei bisher Gesunden: 
Neu auftretende Anfälle von Enge oder brennenden Schmerzen in der Brust (Stenokardien). 
In beiden Fällen sollte ein Arzt aufgesucht werden. 


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Herzinfaktsymptome 

Heftiger Druck und Schmerzen in der Brust sind eindeutige Zeichen für einen akuten Herzinfarkt. In typischen Fällen sind es starke Schmerzen mit Vernichtungsgefühl und Todesangst. 

Die Symptome sind nicht immer völlig eindeutig. 
Leider sind die Beschwerden nicht immer so, daß man ihre Usache beim Herzen sucht. Weil die Schmerzen in den Unterkiefer und die Zähne ausstrahlen, glaubt man an Zahnweh. Oder die Schmerzen sitzen hauptsächlich in der Schulter und im linken Arm - man denkt an Rheuma. Beschwerden im Oberbauch werden als Magenverstimmung mißdeutet und mit Hausmitteln behandelt. 
Die Vieldeutigkeit der Beschwerden und ihre Ausstrahlung in andere Körperregionen führt dazu, daß viele Patienten zu lange abwarten. Erst wenn die Schmerzen unerträglich werden, wird der Arzt gerufen. In vielen Fällen kommt dann jede Hilfe zu spät. 

Der Infarkt wird von den Betroffenen leicht verkannt.   
Deshalb bei Infarktverdacht sofort den Arzt rufen.   
 
Brustkorb  Kiefer/Schulter Rücken
  Magen  

Wie man einen Herzinfarkt erkennt 
Meist führt der Infarkt zu einem dramatisch, bedrohlichen Krankheitsbild. Aber manchmal kommt er auch weniger dramatisch daher. 

Anzeichen des akuten Herzinfarkts: 

1. Schwere, langanhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in beide Arme, den Bauch, zwischen die Schulterblätter und in den Unterkiefer ausstrahlen. oft wird auch ein Brennen im Brustkorb gespürt, auch können Schmerzen im Hals oder Oberbauch auf treten. 

2. Starkes Engegefühl oder heftiger Druck im Brustkorb. 

3. Blasse, fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß auf Stirn oder Oberlippe oder auch im ganzen Gesicht. Das Gesicht drückt unmittelbare Bedrohung aus und ist oft bis zur Fremdheit verändert. 

4. Luftnot (flache Atmung), die zum plötzlichen Hinsetzen oder Hinlegen zwingt. 

5. Plötzlicher Kreislaufzusammenbruch (Kollaps mit und ohne Bewußtlosigkeit). 
 


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Erste Hilfe bei Infarktverdacht 

Die Chance, einen Herzinfarkt ohne größeren Schaden zu überstehen, war nie so gut wie heute. Wenn ein Blutgerinnsel ein Herzkranzgefäß verstopft, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, der zu gewinnen ist. 

Wird das Gerinnsel innerhalb der ersten drei bis sechs Stunden beseitigt, ist das Absterben der noch funktionsfähigen Muskelzellen zu begrenzen und der Schaden zu beschränken. Voraussetzung ist, daß der Patient rechtzeitig in die Klinik kommt. 

Hier liegen die Probleme: Die Betroffenen oder ihre Angehörigen verkennen die Symptome. 

Wertvolle Zeit geht so unwiederbringlich verloren. Nahezu die Hälfte aller Infarktpatienten sterben, bevor sie ein Krankenhaus erreicht haben! Den Herzinfarkt erkennen und darauf reagieren können - das ist jedes Jahr für fast 200.000 Menschen (alte Bundesländer) lebenswichtig. 


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Tips für den Notfall! 

Nur keine Panik - das ist zu tun: 

Meist ist es ein Angehöriger, in vielen Fällen der Ehepartner, auf den es bei einem Herzinfarkt ankommt. Oberstes Gebot: Ruhe bewahren. Denn wer hektisch wird, macht Fehler. 

  • Telefonnummern des Hausarztes, des Notarztes oder auch der Rettungs-Leitstelle jederzeit griffbereit halten.
  • Den Patienten sofort und mit angehobenem Oberkörper auf ein Bett oder Sofa lagern. 
  • Enge Kleidung, auch Krawatte oder BH öffnen.
  • Radio oder Fernseher abschalten. 
  • Nach dem Auftreten der ersten Symptome dürfen keines falls    mehr als 15 bis 30 Minuten vergehen, bis der Arzt gerufen wird.   Sind die Symptome sehr bedrohlich, ist der Arzt sofort zu rufen. Ist der Arzt nicht zu erreichen, muß der Notarzt gerufen werden. 
  • Beim Telefongespräch mit dem Arzt Adresse, Name und Alter des Patienten sowie Beschwerden und bekannte Risikofaktoren angeben. 
  • Nach dem Telefongespräch dafür sorgen, daß der Arzt die  Wohnung schnell findet: Wohnung, Treppenhaus und Haustür so  hell beleuchten wie möglich und einen Nachbarn bitten, den Arzt auf der Straße zu empfangen. Aber auf jeden Fall den Patienten  nie lange allein lassen. 

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DIE RETTUNG: 
Schnelle ärztliche Versorgung 

Jeder zweite Herzinfarktpatient in der Bundesrepublik kommt zu spät oder gar nicht in die Klinik. Während in den Kliniken modernste Behandlungsmöglichkeiten warten, verstreicht wertvolle Zeit unwiederbringlich. 

Zeit ist Überleben 
Bei den meisten Patienten kann das verstopfende Gerinnsel, das zum Infarkt geführt hat, mit modernen Medikamenten aufgelöst werden. Nur wenn dies früh genug geschieht, kann der Schaden am Herzen begrenzt werden. 

Patienten, die innerhalb der ersten drei bis sechs Stunden nach Beginn der Beschwerden in die Klinik kommen, haben die besten Überlebenschancen. 

Die sogenannte Lyse-Therapie löst das Blutgerinnsel im Herzkranzgefäß wieder auf und stellt die Durchblutung des betroffenen Herzmuskelbezirkes wieder her. Der größte Nutzen der Lyse ist in den ersten drei bis sechs Stunden nach Infarktbeginn zu erwarten. 

Der Patient hat es in der Hand, durch einen schnellen Anruf bei seinem Arzt, den Wettlauf gegen die Zeit zu gewinnen. 


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RISIKOFAKTOREN 

Der Herzinfarkt ist in erster Linie eine Folge unserer modernen Lebensgewohnheiten: Zigarettenkonsum, Fehlernährung, Bewegungsmangel und Streß. Diese, den Herzinfarkt begünstigenden Verhaltensweisen nennt man Risikofaktoren. 
Gefährdet sind auch Menschen, in deren Familie gehäuft Herzinfarkte aufgetreten sind. 

Beeinflußbare Risikofaktoren 

Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren. Dies gilt für Männer und Frauen gleichermaßen und für jedes Lebensalter. 20 Zigaretten täglich vervielfältigen das Herzinfarktrisiko im Vergleich zu einem Nichtraucher. Bei Raucherinnen, die gleichzeitig die „Anti-Baby-Pille" nehmen, ist das Risiko nochmals deutlich höher. Wird das Rauchen aufgegeben, reduziert sich die Gefährdung. 

Erhöhter Blutdruck führt zu unnatürlichen Belastungen unseres Gefäßsystems und fördert die Entstehung von Veränderungen der Herzkranzgefäße. Das Herz muß seinen Pumpdruck erhöhen und wird dadurch zusätzlich belastet. Wer erhöhten Blutdruck hat, sollte seine Lebensgewohnheiten umstellen: salzarm essen, Übergewicht verringern, aufs Rauchen verzichten, psychische Überlastung vermeiden, körperliche Bewegung intensivieren - Radfahren oder Skilanglauf sind geeignete Sportarten. Wenn das nicht ausreicht, ist eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Medikamenten zu empfehlen. 

Erhöhter Cholesterinspiegel stellt ein weiteres Risiko dar. Zuviel Blutfett schädigt die Innenwände der Herzkranzgefäße durch Ablagerungen und beeinträchtigt so die Blutversorgung des Herzmuskels. Schon durch veränderte Eßgewohnheiten - mehr Gemüse, mehr Fisch, weniger Fleisch - kann der Cholesterinspiegel gesenkt werden. Ergänzend kann die Einnahme von Medikamenten nötig sein. 

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) ist ebenfalls ein Risikofaktor. Eine gute Einstellung des Blutzuckers vermindert das Infarktrisiko. 

Bewegungsmangel spielt eine große Rolle: Wer wenigstens zweimal in der Woche 20 bis 30 Minuten Sport treibt, verbessert seine Lebensqualität und körperliche Leistungsfähigkeit. Regelmäßige sportliche Betätigung stärkt den Herzmuskel, so daß er bei Anstrengung mehr Reserven hat. Zudem wird durch Bewegung auf natürlichem Wege Streß abgebaut. 

Viele Herzinfarktpatienten bringen ihre Krankheit mit Streß in Verbindung. Wichtig ist, wie der Einzelne auf Streß reagiert: Führt er zu mehr Zigarettenkonsum, übermäßigem Essen und Bewegungsmangel, kommt ihm natürlich eine Bedeutung als Risikofaktor für den Herzinfarkt zu. 

Summieren sich mehrere Risikofaktoren, steigt die Gefährdung übermäßig an. 
 


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Was können Sie noch tun? 

Bei Herzschmerzen, auch wenn Sie nicht bedrohlich sind, Ihren  Arzt aufsuchen. Es könnte sich um eine beginnende Angina pec toris (Brustenge), ein Vorstadium des Herzinfarktes handelt. 

  • Nach dem 50. Lebensjahr sind regelmäßige ärztliche  Untersuchungen notwendig, um die Funktionsfähigkeit des  Herzens zu überprüfen. Bei Vorliegen mehrerer Risikofaktoren  sind die ärztlichen Untersuchungen schon in jüngeren Jahren notwendig.
  • Lernen Sie die einfachen Methoden der Wiederbelebung kennen, die die Rettungsorganisationen und die Deutsche Herzstiftung  anbieten. Damit können Sie im Notfall besonders effektiv helfen.  
  
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